Tiefenwahrnehmung: Erfahrungen und Entdeckungen

Einblicke und Erfahrungen

Erfahrungen von Patienten im Koma

Hier teilen ehemalige Patienten ihre Erfahrungen, die sie im Koma und danach gemacht haben.
Wir danken allen, die bereit sind, diese Erfahrungen mit Anderen zu teilen.
Wenn Sie Ihre Erfahrungen erzählen wollen, dann freuen wir uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen:
kommunikation@koma-tiefenwahrnehmung.de



Jonas Lüscher beschreibt in einem Abschnitt seines Romans Verzauberte Vorbestimmung* sehr eindrücklich sein Erleben im Koma und beim Erwachen auf einer Intensivstation.



*Jonas Lüscher, Verzauberte Vorbestimmung
©2025 Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München

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Nach dem Koma

Der Körper hat sich von der Krankheit so weit erholt, dass die Schmerz- und Sedierungsmedikamente langsam reduziert werden können. Der Mensch nimmt langsam seine Umgebung wieder bewusster wahr. Dieser Übergang von Koma zu vollem Bewusstsein verläuft jedoch nicht immer reibungslos. Bei einem Teil der Intensivpatienten kann dabei Delir oder/und im weiteren Verlauf auch ein PICS [Post-Intensive-Care-Syndrom] auftreten.

Neben prophylaktischen Maßnahmen sind Frühmobilisation, Frührehabilitation und frühzeitige psychologische Interventionen wichtige Ansätze zur Behandlung dieser Begleiterscheinungen.

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Delir: Wenn die Intensivstation zum Albtraum wird

Im Gegensatz zu einer Demenz ist ein Delir eine akute, plötzliche Störung von Bewusstsein, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung, die sich meistens wieder zurückbildet. Besonders häufig betroffen davon sind beatmete Patienten und Patientinnen. Betroffene können zeitlich, örtlich oder bezüglich ihrer eigenen Person desorientiert sein oder visuelle oder auditive Wahrnehmungsstörungen haben. Oft kommt es zu lebhaften und wiederkehrenden Albträumen, bei denen es auch zu realen körperlichen Reaktionen wie Schweißausbrüchen oder Herzrasen kommen kann. Häufig kommt es zu einer ausgeprägten Schlaflosigkeit.


PICS (Post-Intensive-Care-Syndrom): eine posttraumatische Belastungssituation

Auch nach der Entlassung aus der Intensivstation können kognitive, psychische und körperliche Beeinträchtigungen nach einem ICU-Aufenthalt fortbestehen. Solche Langzeitfolgen, meistens mit mehreren Symptomen, werden als Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS) bezeichnet. Dabei können u.a. Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Depressionen und Ängste auftreten. Körperliche Symptome sind z.B. Muskelschwäche, Polyneuropathien, Schmerzen oder Schluckstörungen.

Literatur

Quellen

Delir:

Daou M., Telias I., Younes M. et al. (2020). Abnormal Sleep, Circadian Rhythm Disruption, and Delirium in the ICU: Are They Related? Frontiers in Neurology, 11.
https://doi.org/10.3389/fneur.2020.549908

DGAI (2020). S3-Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin (DAS-Leitlinie).

Ely E. W., Inouye S. K., Bernard G. R. et al. (2001). Delirium in mechanically ventilated patients: validity and reliability of the Confusion Assessment Method for the intensive care unit (CAM-ICU). JAMA, 286(21), 2703-2710.
https://doi.org/10.1001/jama.286.21.2703

Hishikawa, Y. (1991). Disturbance of Neural Systems in Delirium. International Psychogeriatric, 3(2), 409 - 414.

Mart M. F., Robertson S. W., Salas B. et al. (2021). Prevention and Management of Delirium in the Intensive Care Unit. Semin Respir Crit Care Med, 42(1), 112–126.
https://doi.org/10.1055/s-0040-1710572

Nydahl P., Ely E. W., & Heras-La Calle G. (2024). Humanizing Delirium Care. Intensive Care Med , 50, 169-471.
https://doi.org/10.1007/s00134-024-07329-3

Pandharipande P., Cotton B. A., Shintani A. et al. (2008). Prevalence and risk factors for development of delirium in surgical and trauma intensive care unit patients. J Trauma, 65(01), 34-41.

Sonneville, R. (2025). Hallucinations in critically ill patients: understanding the unreal. Critical Care, 29(150).


PICS:

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https://doi.org/10.1007/s00063-025-01340-2

Emsden C, Steinecke K. (2023). Post-Intensive-Care-Syndrom: Risikofaktoren, Prävention und Nachsorge. Intensivmedizin up2date. 19(4), 457-468.

Kooken R. W., Tilburgs B., Slooter A. J. et al. (2025). Determinants of ICU memories and the impact on the development and trajectory of post traumatic stress symptoms: a multicenter longitudinal cohort study. Intensive Care Med, 51, 2021-2030.
https://doi.org/10.1007/s00134-025-08132-4

Putowski Z, Rachfalska N, Majewska K et al (2023). Identification of risk factors for post-intensive care syndrome in family members (PICS-F) among adult patients: a systematic review. Anaesthesiol Intensive Ther 55:168-178.
https://doi.org/10.5114/ait.2023.130831

Renner C., Albert M., Brinkmann S. et al. (2023). S2e-LL- multimodale Neurorehabilitationskonzepte für das Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS). DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR NEUROREHABILITATION E.V. (DGNR) (Hrsgb.), Leitlinien für die Neurorehabilitation.
https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/080-007.html


Bücher

Deutsch:

Guschlbauer, B. (2018) Von Augenblicken und Ewigkeiten. Reisebericht einer Langzeitintensivpatientin. Frankfurt: Mabuse.


Englisch:

Ely E. W. (2021). Every deep-drawn breath: a critical care doctor on healing, recovery, and transforming medicine in the ICU. New York: Scribner.

Bellg, L. (2016): Near Death in the ICU. Stories from patients near death and why we should listen to them. Appleton: Sloan Press.

Pearce, A., Pearce, B. (2024): Coma and Near-Death Experience: The Beautiful, Disturbing, and Dangerous World of the Unconscious. Rochester: Park Street Press.

Podcast

Kellner wie der Ober: Relative Realitäten im künstlichen Koma
https://kellner-wie-der-ober.podigee.io/7-new-episode [externer Link]